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Geboren wurde ich 1951, als
Sohn eines Landwirtes.
Dies waren die Jahre der grossen Umbrüche.
Die Mahlzeiten damals waren noch etwas eintönig, was mir in Erinnerung
blieb will ich hier mal niederschreiben.
Zum Frühstück gab es in den ersten Jahren immer Rösti, aber nicht wie
wir diese heute kennen, nein damals nannten wir diese Schiblirösti,
also Kartoffelscheiben in Schweineschmalz gebraten.
Später waren Haferflocken erhältlich, welche wir in allen erdenklichen
Variationen assen.
mal mit Kakaopulver, mal gezuckert, mit Honig, mit Milch warm od. kalt,
mal alles zusammen.
Weitere Zutaten können Sie sich wohl selbst erdenken, denn es gab
nichts was wir nicht ausprobiert hatten.
Zum Nachtessen war wieder mal Schiblirösti angesagt.
Als Abwechslung gab es Wähen, die auch in verschiedenen Variationen
dargereicht wurden.
Dazu wurde immer Milchkaffe getrunken.
Gelegentlich
wurde Vogelheu oder Fotzelschnitten gemacht, jedoch nur wenn altbackenes
Brot vorhanden war.
Das Brot wurde selbstverständlich selbstgebacken.
Es war für uns Kinder wie ein Fest, wenn dann mal ein Brot vom Bäcker
auf den Tisch kam.
Das Mittagsessen war unsere eigentliche Hauptmahlzeit.
Viel Gemüse, Kartoffeln, Eierspeisen, etc. kamen auf den Tisch, in
späteren Jahren folgten dann Teigwaren.
An einem Tag war Fleischtag, wo eben Fleisch auf den Tisch kam.
Samstag war der Tag der Kartoffelsuppe mit Servalat (kalt od. warm)
Eine besondere Ausnahme war der Tag der Hausmetzgete.
Die fand immer im Dezember statt.
Das Mittagessen bestand dann aus Geschnetzeltem, bei dem dann auch Teile
der Innereien darunter gemischt wurden. (Milken, Gehirn.)
Nun nach der Metzgete gabs nun eine neues Nachtessen; Blut- und
Leberwürste bis zum abwinken.
Auffallend ist auch dass es vieles gab, das heute kaum mehr gegessen
wird.
Kutteln
Ohren + Schwanz
Zunge
Teile des Magens
usw.
Als Bauernsöhne mussten wir natürlich auch beim Heuen mithelfen. Wie
gern wir das taten muss ich hier wohl nicht beschreiben. Zum trinken gab
es anfangs Wasser mit Zucker gesüsst. Und wenn es unserer Grosmutter in
den Sinn kam, ging Sie in einen der beiden Dorfladen um eine Flasche
" Vivi-Cola" zu holen, was für uns natürlich eine
Besonderheit war.
Jemandem kam dann in den Sinn Tee zu kochen und abkalten zu lassen,
Zitrone einzufügen und dies galt dann lange als Getränk an heissen
Tagen.!
Unser Eistee den wir heute in Tetrapaks kaufen wurde erst viel später
erfunden ?
Ein besonderes
Ereignis war es, als das Militär im Dorfe war.
Jeweils nach dem Nachtessen der Soldaten wurden die Essensreste unter
der Dorfbevölkerung verteilt.
Bis zu 20 Personen, mit Milchkesseli bewaffnet warteten vor der
Militärküche, damals noch im Milchhäuschen, bis die
Speiseüberschüsse retourniert wurden.
Diese wurden dann gerecht verteilt, was gelegentlich mit einem
kräftigen Kaffeeschnaps verdankt wurde.
So mit sechs Jahren entdeckte ich das unser Radio auch Musik von sich
gibt und nicht nur Nachrichten um 12.30 Uhr. Dieses Radio war von
Phillips, der klassische halbrunde Kasten, auf dem nur Radio
Beromünster anständig zu empfangen war.
Ja, zur Schule bin ich ja auch noch gegangen.
Es war grösstenteils eine gute Zeit, im Winter gingen wir während den
Pausen schlitteln, das konnten wir auf unseren Hauptstrassen tun, da ja
tagsüber nur das Postauto verkehrte und diese Zeiten wussten wir
auswendig.(3 x täglich)
Gut in Erinnerung habe ich auch den Lehrer Weber, der wenn es ihn an den
Ohren fror, irgend einem Schüler die Kappe vom Kopf filzte, und sich
selbst überzog.
Und ebenfalls den Lehrer Schmidt der mir doch manche Strafarbeit
auferlegte.
Eine Seite A4 wegen " beim Rauchen erwischt. "
Zwei Seiten A4 wegen " beim Rauchen erwischt. ", usw.
Unser Trick dagegen war einfach; ganz gross schreiben.
Wenn ich mir vorstelle, dass bald jeder Knilch ein Handy besitzt, muss
ich mich schon fragen was wir damals wohl gemacht haben, haben wir zu
Hause erst seit 1980 einen Telefonanschluss.
Auch das Fernsehen ist in meiner Kinderzeit entstanden.
Den ersten Fernseher hatte s'Bürgis Klara an manchen Sonntagen haben
wir den ganzen Nachmittag bei ihr verbracht. Den Rekord in dieser
kleinen Stube lag bei 35 Kindern.
Empfangen konnte man damals gerade 3 Sender. SRG, ARD, ZDF.
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